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Feldforschung an Guineapavianen

Guinea baboons
Eine Gruppe von Guineapavianen am Ufer des Gambia im Senegal (Foto: Urs Kalbitzer)

Paviane (Papio spp.) stellen ein wichtiges Modell zur Untersuchung der Primatenevolution dar, da sie in vielen Aspekten ihres Sozialverhaltens erhebliche Unterschiede aufzeigen. Während die meisten Paviantaxa ausgiebig studiert wurden, war bisher nur wenig über die Guineapaviane (P. papio) bekannt. Frühere Beobachtungen ließen vermuten, dass sie sich von anderen Pavianen z.B. dadurch unterscheiden, dass Männchen häufig affiliativ miteinander umgehen. Vergleichende Analysen ihres Sozial- und Kommunikationsverhaltens, ihrer Ökologie und der populationsgenetischen Struktur lassen daher erhoffen, neue Einsichten über Selektionsdrücke zu bekommen, die auf die soziale Evolution von Primaten wirken.

Feldstation

Verhaltensbeobachtungen
Verhaltensbeobachtungen (Foto: Peter Maciej)

Im Jahr 2007 haben wir eine Langzeitstudie über freilebende Guineapaviane initiiert. Die untersuchte Population lebt in der Nähe unserer Feldstation „Centre de Recherche de Primatologie (CRP) Simenti“ im Niokolo Koba Nationalpark im Senegal. Momentan werden mehrere Subgruppen untersucht, die insgesamt mehr als 100 Individuen umfassen.

Ausgewählte Projekte

Soziale Organisation

social organization
  • Guineapaviane leben in einer mehrschichtigen Gesellschaft, in der Parties Gangs bilden (Patzelt et al. 2011)
  • Männchen sind sowohl innerhalb als auch zwischen den Parties sehr tolerant (Patzelt et al. under review)
  • Enge Beziehungen zwischen Männchen bestehen unabhängig von Verwandschaft (Patzelt et al. in prep)

Sozialbeziehungen von Weibchen

female social relationships
Foto: Urs Kalbitzer
  • Soziale Netzwerke: Soziale Muster und Verwandtschaft (Goffe, PhD Project)
  • Variationen im Sozialverhalten und fäkaler Glukokortikoidspiegel (Goffe, PhD Project)
  • Die Rolle sozialer Bindungen bei agonistischen Interaktionen (Goffe, PhD Project)
  • Analyse der Struktur und der Funktion von sexuellen Signalen (planned study)

Aggressivität von Männchen

Male aggressiveness
Foto: Urs Kalbitzer
  • Vergleich männlichen Sozialverhaltens in unterschiedlichen Pavianarten (Kalbitzer, PhD Project)
  • Unterschiede in Verbindung zu Androgen- und Glucocorticoid Sekretion (Kalbitzer, PhD Project)
  • Zusammenhang mit Polymorphismen im serotonergen System (Kalbitzer, PhD Project)

Methoden

  • Verhaltensbeobachtungen
  • GPS-Halsbänder um Daten über Streifgebiete zu sammeln
  • Lautaufnahmen
  • Playback-Experimente
  • Messungen von Steroidhormonen
  • Verwandschaftsanalysen
  • Untersuchung funktionaler Polymorphismen
DDPN UCAD

Kollaborationen

  • Direction des Parcs Nationaux, Senegal
  • Universität Cheick Anta Diop, Dakar, Senegal
  • Hormonlabor (DPZ)
  • Primatengenetik (DPZ)