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Kognitionsforschung an Affen

Ein Javaneraffe beobachtet ein Gruppenmitglied
Ein Javaneraffe beobachtet ein Gruppenmitglied

Um die evolutionären Ursprünge menschlicher Intelligenz zu verstehen, konzentrierte sich die vergleichende Verhaltensforschung bislang insbesondere auf den Vergleich zwischen Menschenaffen und Kleinkindern. Die sogenannten Tieraffen rückten nicht in den Fokus des Interesses. Um dies zu ändern, beschäftigen wir uns mit Makaken, prominenten Vertretern aus der Gruppe der Tieraffen. Die Ergebnisse unserer bisherigen Studien zur Intelligenz von Javaner- und Berberaffen stellen die Annahme, dass es eine kognitive „Lücke“ zwischen den Menschen- und den Tieraffen gibt, in Frage. Vielmehr gehen wir davon aus, dass sich die beiden Gruppen nur in einigen spezifischen Bereichen fundamental unterscheiden. Gegenwärtig untersuchen wir die Grenzen des logischen Denkens und beschäftigen uns mit den Veränderungen des Sozialverhaltens im Alter. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Vergleich sozio-kognitiver Fähigkeiten von Tieraffen und anderen Arten. Hierfür kooperieren wir mit verschiedenen nationalen und internationalen Kooperationspartnern.

Ausgewählte Projekte

Vergleichende Kognitionsforschung

Vergleichende Kognitionsforschung
  • Wir konnten zeigen, dass Javaneraffen und Paviane in der sogenannten „Primate Cognition test battery“ ähnlich gut abschneiden wie Menschenaffen (Schmitt et al. 2012)
  • Eine weitere Studie zeigte, dass die Präsentationsmethode im Experiment die Unterscheidung von Quantitäten beeinflusst (Schmitt & Fischer 2011)
  • Weitere Studien legen nahe, dass sozio-ökologische Anpassungen Artunterschiede besser erklären können als die Abstammungsgeschichte (Schmitt et al. 2013)

Kognition und Altern

Kognition und Altern

Hier untersuchen wir (Almeling, PhD Project) ob

  • sich bei Berberaffen die soziale Aktivität und Gruppeneinbindung im Alter verändert
  • sich dies auf eingeschränkte kognitive oder motorische Fähigkeiten zurückführen lässt und
  • sich ältere Tiere weniger für ihr soziales Umfeld interessieren 

Verständnis für Kausalität

Verständnis für Kausalität
  • Javaneraffen scheinen ein eingeschränktes Verständnis von kausalen Zusammenhängen zu besitzen, haben aber Schwierigkeiten mit logischen Schlussfolgerungen (Schloegl et al. 2013)
  • derzeit untersuchen wir, ob ihr kausales Verständnis auf bestimmte physikalische bzw. technische Beziehungen beschränkt ist (Schloegl ongoing)
  • Wir untersuchen, ob und wie die Präsentation der Fragestellung die Leistung der Tiere beeinflusst (Schloegl ongoing)

Methoden

  • Wir arbeiten am DPZ mit einer Gruppe von 28 Javaneraffen. Die Tiere werden sowohl am Touchscreen als auch in direktem Kontakt mit den Experimentatoren getestet.
  • Im Affenpark „La Forêt de Singes“ in Rocamadour in Frankreich untersuchen wir eine Gruppe von 130 freilebenden Berberaffen. Hierbei kombinieren wir Verhaltensbeobachtungen mit im Feld anwendbaren experimentellen Ansätzen.

Kollaborationen

  • MPI für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig
  • Department für Kognitionsbiologie, Universität Wien
  • Social Cognition Group, Universität Köln