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Umbau Tierhaltungsanlage

Zeitrafferfilm vom Umbau der Tierhaltungsanlage

Flexibel, geräumig, modern – die neuen Tiergehege am DPZ

Süd-, West- und Ostansicht des geplanten Gebäudes. Abbildung: Sascha Bindseil
Süd-, West- und Ostansicht des geplanten Gebäudes. Abbildung: Sascha Bindseil
Die Pavian- und Lemurenanlage aus dem Jahr 1980. Die Gebäudefläche betrug 216 qm, die Außengehegefläche 1320 qm. Foto: DPZ
Die Pavian- und Lemurenanlage aus dem Jahr 1980. Die Gebäudefläche betrug 216 qm, die Außengehegefläche 1320 qm. Foto: DPZ

Im Sommer 1980 ist sie eingezogen: Die erste Mantelpaviankolonie des DPZ. Weit hatten die 13 Tiere es nicht, sie stammten aus dem Zoo Frankfurt. Jetzt, 40 Jahre später, wurde ihr Gehege abgerissen, die inzwischen auf rund 50 Tiere angewachsene Gruppe ist ins sogenannte „Achteck“ ein paar Meter weiter umgezogen. Auch die nebenan beheimateten Lemuren (sieben Kattas und acht Varis) mussten ausziehen, sie sind im Affenwald Straußberg untergebracht, einem etwa 80 Kilometer von Göttingen entfernten Tierpark. Seit Ende 2019 wird jetzt neu gebaut: Es entstehen insgesamt 12 Einheiten, die aus jeweils einem Außen- und einem damit verbundenen Innenkäfig bestehen. In die neuen Gehege sollen Rhesusaffen und Mantelpavianen einziehen.

Das neue Gebäude wird deutlich größer werden als das alte, es wird neben den beheizten Innenräumen für die Tiere auch Umkleiden für Tierpfleger und Wissenschaftlers sowie eine Futterküche, Behandlungs-, Lager- und Technikräume beherbergen. Täglich werden zwei bis vier Tierpfleger in dem neuen Gebäude arbeiten, hinzu kommen Wissenschaftler, die beispielsweise Verhaltensbeobachtungen oder Kognitionstests mit den Tieren machen.

In mehreren Haltungsbereichen, in denen jeweils Gruppen von bis zu 30 Rhesusaffen leben, wird ein System mit insgesamt rund 140 Kameras installiert, das die Bewegungen und das Verhalten der Tiere automatisiert und rund um die Uhr erfasst. Die so gewonnenen Daten werden mit Hilfe leistungsfähiger Rechner und neuer Analyseprogramme, die auf maschinellem Lernen beruhen, ausgewertet. Ein integriertes Gesichtserkennungsprogramm ermöglicht es dabei, jedes Tier in der Gruppe individuell zu erfassen und hinsichtlich seines Verhaltens, seiner Gesundheit und seiner kognitiven Fähigkeiten zu beschreiben. Das Kamerasystem ist ein bislang einzigartiger Ansatz, um einerseits den Gesundheitsstatus der Tiere zu erfassen und andererseits wichtige Forschungsdaten zu gewinnen.

Neben Geräumigkeit war Flexibilität die wichtigste Vorgabe für das neue Gebäude, schließlich sollen in den Gehegen verschiedene Arten von Primaten untergebracht werden können. So können die einzelnen Gehege miteinander verbunden werden und je nach Bedarf Container beispielsweise zur Unterbringung von Messgeräten nachgerüstet werden. Für die Tierpfleger gibt es einen separaten Seiteneingang, der direkt in eine Umkleide und einen angrenzenden Waschraum führt, so dass dort die Straßenkleidung gegen die Arbeitskleidung getauscht werden kann. Diese Hygienemaßnahme soll verhindern, dass Erreger in die Tierhaltung eingebracht werden. Eine Straße führt um die neue Anlage herum, hier wird es voraussichtlich ab Herbst 2022 möglich sein, mit Besuchergruppen die Tiere in den Außenanlagen zu besichtigen.

Die geplante Anlage beherbergt 12 Einheiten, die sich aus jeweils einem Innen- und einem Außenbereich zusammensetzen. Die Innenfläche des Gebäudes beträgt 1170 qm, die Außengehege werden eine Fläche von 588 qm haben. Abbildung: Stefan Schad
Die geplante Anlage beherbergt 12 Einheiten, die sich aus jeweils einem Innen- und einem Außenbereich zusammensetzen. Die Innenfläche des Gebäudes beträgt 1170 qm, die Außengehege werden eine Fläche von 588 qm haben. Abbildung: Stefan Schad

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Karin Schleipen Leitung Betriebstechnik +49 551 3851-222 +49 551 3851-228 Kontakt

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