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Lehrerfortbildung 2020

Lehrerfortbildung 2019. Foto: Karin Tilch

Das Deutsche Primatenzentrum bietet einmal jährlich eine Fortbildung für Biologielehrerinnen und -lehrer an. In diesem Jahr laden Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Institutes zum Thema „Neurowissenschaften“ auf virtueller Ebene zum Zoom-Webinar ein.

Termin: Donnerstag, der 5. November 2020 von 10:00 bis 16:45 Uhr.

Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro pro Person. 

Die Angabe einer Registriernummer für Lehrkräfte aus Sachsen-Anhalt, wie in den Vorjahren, ist nicht mehr notwendig.

Das Programm

Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben Ihnen im Rahmen der Fortbildung einen Einblick in die aktuelle Neurowissenschaft, insbesondere in das Hören mit Licht, wie die visuelle Wahrnehmung funktioniert, sie erläutern die Entwicklung von Neuroprothesen und informieren über moderne Bildgebungsverfahren wie CT und MRT, die eine Live-Schaltung in die inneren Strukturen und Prozesse des Gehirns erlauben. Ganz praxisbezogen machen wir Vorschläge, wie Sie das Thema Neurowissenschaften im Unterricht anschaulich vermitteln können. 

Der Zeitplan der Veranstaltung:

10:00 Uhr -- Begrüßung und Einführung, Vorstellung des Institutes und des Tagesprogramms
Dr. Anika Appelles, Stabsstelle Kommunikation

10:30 Uhr -- Hören mit Licht - von elektrischer Robotersprache zu optischem Musikgenuss bei Taubheit?
Dr. Marcus Jeschke, Forschungsgruppe Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik

11:30 Uhr -- Pause

11:45 Uhr -- Vom Sehen zum Handeln: Wie wir flexibel auf Reize reagieren
Prof. Dr. Alexander Gail, Abteilung Kognitive Neurowissenschaften

12:45 Uhr -- Pause

13:15 Uhr -- Neurowissenschaft anschaulich vermitteln - Praktische Anwendungen für die Schule
Philipp Ulbrich, Abteilung Kognitive Neurowissenschaften

14:15 Uhr -- Liveschaltung ins Gehirn – Grundlagen und Perspektiven moderner Bildgebung
Prof. Dr. Susann Boretius, Abteilung Funktionelle Bildgebung

15:15 Uhr -- Pause

15:30 Uhr -- Neuroprothesen zum Greifen: vom Primatenmodell zur klinischen Anwendung
Prof. Dr. Hansjörg Scherberger, Abteilung Neurobiologie

16:30 Uhr -- Abschluss und Feedback
Dr. Anika Appelles, Stabsstelle Kommunikation

Die Referentinnen und Referenten

Dr. Marcus Jeschke. Foto: Karin Tilch

Dr. Marcus Jeschke leitet die Nachwuchsgruppe ‚Kognitives Hören bei Primaten‘ am Deutschen Primatenzentrum.

Die Nachwuchsgruppe beschäftigt sich mit den neuronalen Grundlagen kognitiver Prozesse beim Hören. Hierbei kommen sowohl Verhaltensexperimente als auch elektrophysiologische Methoden zum Einsatz. Ein weiterer, translationaler Forschungsschwerpunkt ist die Mitarbeit bei der Entwicklung optogenetischer Cochleaimplantate. Aufgrund der optischen Anregung des Hörnervs, im Vergleich zur klinischen, elektrischen Stimulation, verspricht das optogenetische Cochleaimplantat eine deutliche Verbesserung der Hörrehabilitation bei hochgradiger Schwerhörigkeit und Taubheit.

Marcus Jeschke studierte Psychologie an der Freien Universität Berlin und Neurowissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Im Anschluss promovierte er 2011 am Leibniz-Institut für Neurobiologie, ebenfalls in Magdeburg. Während der Promotion arbeitete er weiterhin als Gastwissenschaftler an der Johns-Hopkins-University (MD, USA). Nach der Promotion zog es ihn als Post-Doktorand nach Göttingen in das Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen und das Deutsche Primatenzentrum. Seit 2019 leitet er dort die Nachwuchsgruppe ‚Kognitives Hören bei Primaten‘.

Prof. Dr. Alexander Gail. Foto: Karin Tilch

Prof. Dr. Alexander Gail leitet die Forschungsgruppe Sensomotorik der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften des Deutschen Primatenzentrums und des Bernstein Center for Computational Neuroscience in Göttingen und hat gleichzeitig eine Brückenprofessur für Sensomotorische Neurowissenschaften und Neuroprothetik an der Georg-August-Universität inne.

Am DPZ erforscht Alexander Gail wie das Gehirn Bewegungen plant und wie diese Information zur Steuerung von Neuroprothesen genutzt werden kann. Dabei wird zum Beispiel untersucht wie die visuelle Information, die unser Gehirn von der Netzhaut des Auges bezieht, mit der gegenwärtigen Handposition so verrechnet werden, dass daraus ein entsprechender Bewegungsbefehl erzeugt wird, beispielsweise wenn wir nach einem Gegenstand greifen möchten (visuomotorische Transformation). Darüber hinaus analysieren die Wissenschaftler um Alexander Gail wie die Auswahl bestimmter Handlungen im Gehirn erfolgt und wie diese durch die zu erwartenden Konsequenzen beeinflusst wird.

Alexander Gail absolvierte ein Physikstudium an der Philipps-Universität Marburg, das er 1997 mit einem Diplom abschloss. Anschließend promovierte er ebenfalls in Marburg und schloss seine Dissertation 2002 ab. Von 2002 bis 2003 arbeitete er als Post-Doktorand in der Forschungsgruppe Neurophysik der Universität Marburg und ging anschließend an das California Institute of Technology in Pasadena (USA), wo er von 2003 bis 2006 ebenfalls als Post-Doktorand arbeitete. Seit 2006 ist Alexander Gail Leiter der Forschungsgruppe Sensomotorik am Deutschen Primatenzentrum und am Bernstein Center for Computational Neuroscience. Seine Professur an der Universität Göttingen hat er seit 2012 inne.

Philipp Ulbrich. Foto: Karin Tilch

Philipp Ulbrich ist Promotionsstudent in der Forschungsgruppe Sensomotorik der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften am Deutschen Primatenzentrum.

In seiner Doktorarbeit untersucht er mit Hilfe von Verhaltensexperimenten am Menschen, wie schnell wir in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen, und zwar abhängig davon, wie viel uns die jeweiligen Handlungskonsequenzen wert sind. So sollen Rückschlüsse darüber ermöglicht werden, wie schnell unterschiedliche Entscheidungsfaktoren wie finanzieller Gewinn bzw. Verlust oder physische Anstrengung im Gehirn verarbeitet werden und unsere Entscheidungen beeinflussen können.

Er studierte von 2009 bis 2015 Psychologie an der Georg-August-Universität Göttingen und schloss mit dem Master of Science ab. Seit September 2015 arbeitet er am DPZ an seiner Dissertation.

Prof. Dr. Susann Boretius. Foto: Stube Hornig

Prof. Dr. Susann Boretius leitet die Abteilung Funktionelle Bildgebung am Deutschen Primatenzentrum und ist gleichzeitig Professorin für Funktionelle Bildgebung an der Fakultät für Biologie und Psychologie des Johann-Friedrich-Blumenbach-Institutes für Zoologie und Anthropologie der Georg-August-Universität Göttingen.

Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht zum einen die Weiterentwicklung und Verfeinerung der Methoden der MRT und MRS. Zum anderen arbeitet sie an der Erforschung von Krankheiten im Tiermodell und zur Verbesserung der Diagnostik von Erkrankungen bei Tieren und Menschen. Die verwendeten Methoden der MRT und MRS sind grundsätzlich nicht invasiv und nicht destruktiv und erlauben damit in besonderer Weise lebende Organismen auch mehrfach im Laufe des Lebens oder im Verlauf von Erkrankungen zu untersuchen. 

Susann Boretius und ihr Team können dabei vergleichbare Methoden bei kleinen Versuchstieren, bei unterschiedlichen Primaten und beim Menschen anwenden. Dies kann sehr wichtig sein, einerseits wenn es um die Übertragbarkeit der Ergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen geht, andererseits aber auch, wenn es um grundlegende Fragen der Evolution höherer Organismen geht. Susann Boretius studierte von 1988 bis 1994 Veterinärmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete anschließend als Tierärztin in der Tierklinik Seeburg in Brandenburg. Im Jahr 1997 begann sie ein Physik-Studium an der Humboldt-Universität, das sie ab 2000 an der Universität Göttingen fortführte und 2003 abschloss. Im Jahr 2000 promovierte sie zudem in Tiermedizin an der Universität Leipzig. Von 2003 bis 2011 war Susann Boretius als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Biomedizinischen NMR Forschungs GmbH am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen tätig. Anschließend nahm sie dem Ruf auf den Lehrstuhl für biomedizinische Bildgebung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an. Seit 2015 lehrt und forscht sie in Göttingen.

Prof. Dr. Hansjörg Scherberger. Foto: Karin Tilch

Prof. Dr. Hansjörg Scherberger ist Leiter der Abteilung Neurobiologie des Deutschen Primatenzentrums und hat ebenfalls einen Lehrauftrag an der Biologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Am DPZ untersucht Hansjörg Scherberger die neurophysiologischen Grundlagen von Handfunktionen bei Primaten, um deren neuronale Repräsentationen im Gehirn zu verstehen. Dazu werden Dekodierungsmethoden generiert, um künstliche Hände mit Hilfe von Hirnfunktionen zu kontrollieren. Diese gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Entwicklung von Neuroprothesen eingesetzt werden.

Hansjörg Scherberger studierte Medizin und Mathematik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er 1996 auch promovierte (Dr. med.). Anschließend arbeitete er als Post-Doktorand in der Abteilung für Neurologie der Universität Zürich. Von 1998 bis 2004 forschte er am California Institute of Technology und ging dann anschließend zurück in die Schweiz an das Institut für Neuroinformatik der Eidgenössischen Technischen Universität Zürich. Seit 2008 lehrt und forscht er in Göttingen.

Kontakt

Dr. Anika Appelles. Foto: Karin Tilch

Dr. Anika Appelles Stabsstelle Kommunikation +49 551 3851 424 +49 551 3851 103 Kontakt

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