Skip to main content Skip to page footer
Bücherregal

Buchtipps: Primatenliteratur und andere

Patrick Krauss: Künstliche Intelligenz und Hirnforschung

Künstliche Intelligenz ist eines der großen Themen unserer Zeit. Dabei wird das Thema oft sehr kontrovers diskutiert: die Einen sehen darin das Allheilmittel für viele Probleme, die Anderen ein Teufelswerk, das den Menschen entmündigen wird. In seinem Buch „Künstliche Intelligenz und Hirnforschung“ geht Patrick Krauss, der an der Universität Erlangen-Nürnberg an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, KI und Sprache forscht, das Thema unaufgeregt und sachlich an. Knapp und präzise erklärt er zunächst Aufbau und Funktion sowohl des menschlichen Gehirns als auch des künstlichen Pendants. Das ist keine leichte Kost und verlangt trotz der gut verständlichen Sprache einiges an Konzentration. Besonders die verschiedenen KI-Methoden und Lernalgorithmen sind ganz schön kompliziert. Deutlich wird jedoch, dass in beiden Bereichen die Forschung an Grenzen gestoßen ist. Bei der Hirnforschung sind dies z.B. die Themen Bewußtsein und freier Wille, während die KI-Forschung noch in vielen Bereichen in den Kinderschuhen steckt. Hier kommt der Autor zum Ziel seines Werkes: Er möchte deutlich machen, dass Hirnforschung und KI sich gegenseitig ergänzen, ja dass sie ohne einander kaum auskommen. Als Vertreter der Forschung an dieser Schnittstelle ist Krauss optimistisch, was die rasante Weiterentwicklung der KI angeht, auch wenn er Szenarien, wie superintelligente Maschinen und die Verschmelzung von Mensch und Maschine für Utopien hält. Für realistisch hält er allerdings die Entwicklung einer Form von „Holodeck“, wie wir sie aus Star Treck kennen. Was würde wohl Spock dazu sagen? Faszinierend!

Patrick Krauss: Künstliche Intelligenz und Hirnforschung – Neuronale Netze, Deep Learning und die Zukunft der Kognition. Springer Verlag, 2023. ISBN 978-3-662-67178-8.
Englische Ausgabe: Artificial Intelligence and Brain Research – Neural Networks, Deep Learning und the Future of Cognition. Springer, 2024. ISBN 978-3-662-68979-0
zur Verlagsseite

Valerie Liebs, Gabriella Szalay & Julia Fischer: Ich-Du-Wir

Von April bis November 2024 fand im Forum Wissen Göttingen die Sonderausstellung „Ich – Du – Wir“ statt, an deren Erstellung auch viele Forschende und Promovierende des DPZ beteiligt waren. Für diejenigen, die jetzt feststellen, dass sie die Ausstellung nicht mitbekommen/vergessen/verpasst haben, gibt es ein Trostpflaster: der Ausstellungskatalog „Ich-Du-Wir: Soziale Beziehungen bei Menschen und anderen Primaten“ herausgegeben von Valerie Liebs, Gabriella Szalay und Julia Fischer ist im Shop des Forum Wissen wie auch im Buchhandel erhältlich und gehört selbstverständlich zum Bestand der DPZ-Bibliothek. Die Sonderausstellung entstand im Rahmen des DFG-geförderten Graduiertenkollegs „Verstehen von Sozialbeziehungen“, das nach 9 Jahren zum Ende des Jahres 2024 ausläuft. Der Katalog führt uns in kurzen Geschichten durch die Phasen verschiedener Forschungsprojekte, vom Sammeln der Daten über deren Analyse bis zu den Schlüsselergebnissen des Kollegs. Der rote Faden, der sich dabei durch das Werk zieht, ist das Thema „Kommunikation“. Zum einen ist Kommunikation ein wesentlicher Aspekt der untersuchten Sozialbeziehungen von Menschen und anderen Primaten. Zum anderen ist auch der Forschungprozess an sich nicht ohne Kommunikation möglich. Dazu gehört die Kommunikation der Forschenden mit menschlichen Proband*innen, lokalen Assistent*innen bei der Feldforschung, mit Fachkolleg*innen aber auch die Kommunikation der Ergebnisse in Wissenschaft und Öffentlichkeit. Kurze, leicht verständliche Texte zeigen die unterschiedlichsten Aspekte der vielfältigen Forschungsprojekte auf und regen zum Nachdenken an. Wissenschaftlich Interessierte finden Hinweise auf die Originalpublikationen. Und das Lesen des schmalen Bandes dauert nicht länger, als ein Besuch der Ausstellung. Empfehlenswert!

Valerie Liebs, Gabriella Szalay, Julia Fischer (Hrg.): Ich-Du-Wir: Soziale Beziehungen bei Menschen und anderen Primaten. Universitätsverlag Göttingen, 2024. ISBN 978-3-86395-628-8
zum kostenlosen Download

Volker Sommer: Affen

Seit 10 Jahren gibt der Verlag Matthes & Seitz unter der Leitung von Judith Schalansky die Reihe „Naturkunden“ heraus und hat uns damit kurze, unterhaltsame Einblicke in Biologie unterschiedlichster Tier- und Pflanzenarten, von Kakteen über Quallen bis zu Faultieren gegeben. Da wurde es auch langsam Zeit, sich unserer nächsten Verwandtschaft, den Primaten, zu widmen. Dieser Aufgabe hat sich Volker Sommer angenommen, der uns bereits mehrfach mit biologisch fundierter, populärwissenschaftlicher Literatur versorgt hat. Das kleinformatige Büchlein „Affen“ ist nur 140 Seiten dick und versorgt die interessierten Leser*innen mit allem, was man so über Affen wissen möchte: Was sind Affen? Wo leben sie? Was fressen sie? Wie gehen sie miteinander um? Wie pflanzen sie sich fort? Wie gehen sie mit ihrem Nachwuchs um? Und schließlich - wie sterben sie? Am Ende stellt der Autor noch zehn besonders interessante Arten in Kurzportraits vor. Das Buch richtet sich nicht an ein Fachpublikum, sondern an naturinteressierte Laien. Es enthält nur wenige Fachbegriffe und ist eher ein literarisches denn ein wissenschaftliches Werk. Aber genau das macht den Reiz aus. Es läßt sich locker in zwei Stunden durchlesen und könnte damit auch den Kolleg*innen helfen, unsere Studienobjekte besser zu verstehen, die nicht gerade die organismischen Primatenbiologie erforschen. Wer also nur einen kurzen unterhaltsamen Überblick über die vielfältige Biologie der Affen, vom Mausmaki bis zur Weißnasenmeerkatze, sucht, ist mit dem Naturkundenband von Volker Sommer sehr gut versorgt.

Volker Sommer: Affen – Ein Portrait. Reihe: Judith Schalansky (Hrg.): Naturkunden. Matthes & Seitz, 2023. ISBN 978-3-7518-4003-3
zur Verlagsseite

Katrin Böhning-Gaese & Friederike Bauer: Vom Verschwinden der Arten

„Der Klimawandel bestimmt, wir wir als Menschheit in Zukunft leben, das Artensterben, ob wir auf der Erde überleben.“ 
Viele Menschen sehen den Verlust der Biodiversität, von Arten und natürlichen Lebensräumen, zwar als bedauerlich, aber nicht wirklich als tragisch an. Wer vermisst sie schon im täglichen Leben? Dass biologische Vielfalt und natürliche Landschaften aber essentielle Ökosystemleistungen auch für uns Menschen bringen, wird oft ausgeblendet. Die Lebensmittel, die wir anbauen, das Wasser, das wir trinken und die Luft, die wir atmen, sind von natürlichen  Kreisläufen abhängig, in die der Mensch seit einiger Zeit massiv eingreift. Natürliche Lebensräume werden zerstört, Böden durch die Landwirtschaft ausgelaugt, das Grundwasser wird immer weniger und ist zudem verschmutzt. Wie wir uns auf diese Weise selbst die Lebensgrundlage entziehen und welche Möglichkeiten es gibt dagegen zu steuern, legen Katrin Böhning-Gaese und Friederike Bauer in ihrem Buch „Vom Verschwinden der Arten – Der Kampf um die Zukunft der Menschheit“ dar. Die Biologin Katrin Böning-Gaese ist Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. In den 90er Jahren erforschte sie unter anderem die Samenausbreitung durch Vögel auf der DPZ-Forschungsstation Kirindy in Madagaskar. Zusammen mit der Journalistin Friederike Bauer hat sie nun dieses wirklich lesenswerte Buch geschrieben, das klar und verständlich Ursachen und Folgen des Biodiversitätsverlustes sowie notwendige Gegenmaßnahmen aufzeigt. Obwohl es sich um ein komplexes Thema handelt, schaffen die beiden Autorinnen es, auf 200 Seiten umfassend zu informieren und trotz der wenig positiven Aussichten eine optimistische Grundhaltung zu bewahren.

Katrin Böhning-Gaese, Friederike Bauer: Vom Verschwinden der Arten – Der Kampf um die Zukunft der Menschheit. Klett-Cotta Verlag, 2023. ISBN 978-3-608-98669-3
zur Verlagsseite

Tilo Nadler: Lost and Found

Das kleine Land Vietnam ist gehört zu den Hotspots der biologischen Diversität, die sich neben der Artenvielfalt durch einen besonders hohen Anteil endemischer Arten, d.h. Arten die nur dort vorkommen, auszeichnen. Viele dieser Arten wurden erst in den letzten 30 Jahren entdeckt und beschrieben und gelten bereits als bedroht. In seinem Buch „Lost and Found – The History of Extermination, Discovery and Rediscovery of Mammals in Vietnam“ hat Tilo Nadler akribisch alle verfügbaren Informationen zu den heute bekannten landlebenden Säugetieren Vietnams zusammengetragen, darunter 24 Primatenarten, von denen 22 als bedroht eingestuft werden.

Tilo Nadler kam 1991 nach Vietnam und gründete dort das Endangered Primate Rescue Center im Cuc Phuong National Park, in dem beschlagnahmte Primaten gepflegt und für eine Wiederauswilderung vorbereitet werden. Eine lange Geschichte wissenschaftlicher Kooperation verbindet Tilo Nadler mit dem DPZ, die in rund 40 gemeinsamen Publikationen dokumentiert wurde. Unter anderem wurden drei neue Primatenarten von ihm gemeinsam mit Christian Roos aus der Abteilung Primatengenetik beschrieben.

Das Buch bietet eine Fülle an Informationen und unterhaltsamen Geschichten zu den Säugetieren Vietnams. Neben der Geschichte ihrer Entdeckung und der heutigen Verbreitung und Bedrohung findet man auch Reproduktionen der historischen Originalbeschreibungen sowie Kurzbiographien der beteiligten Forschenden. Eingestreut sind einzelne persönliche Berichte von Forscher*innen und Naturschützer*innen, wie einem über 90jährigen ehemaligen Tigerjäger. Insgesamt ist so ein Buch entstanden, das man von vorn bis hinten durchlesen oder in dem man hier und dort schmökern kann. Wer herausfinden möchte, wie vor nur 15 Jahren der Gelbwangen Schopfgibbon entdeckt wurde, während zur selben Zeit das letzte Java Nashorn in Vietnam getötet wurde und was es mit dem mysteriösen Khting auf sich hat, ist das Buch „Lost and Found“ wärmstens zu empfehlen.

Tilo Nadler: Lost and Found – The History of Extermination, Discovery and Rediscovery of Mammals in Vietnam. Vietnam, Selbstverlag, 2022. ISBN 978-604-3-80986-2 (In Deutschland zu beziehen über Schüling Buchkurier.)

Roland Hilgartner: Das Geheimnis der Tränentrinker

Wer eine Reise macht, hat etwas zu erzählen. Wer viele Reisen macht, hat viel zu erzählen. Und wer in wilde Gegenden reist und dabei auch noch besonders gut fotografieren kann, der kann auch ein Buch schreiben, wie unser ehemaliger DPZ-Kollege Roland Hilgartner. Vor 20 Jahren hat Roland am DPZ seine Promotion abgeschlossen, für die er zwei Jahre im Kirindy auf Madagaskar verbracht hat. Von dieser Zeit und weiteren Expeditionen nach Amazonien, in den Kongo und nach Südostasien berichtet er in seinem Buch „Das Geheimnis der Tränentrinker“, das zudem auch gefüllt ist mit spektakulären Fotos von seinen Reisen. Roland erzählt kurzweilig von Begegnungen mit Tieren und Menschen und von Allerlei, was so schiefgehen kann im Dschungel. Dabei wird auch das Geheimnis des Tränentrinkers erklärt. Es handelt sich um einen madagassischen Nachtfalter, der sich darauf spezialisiert hat, die Tränenflüssigkeit von Vögeln zu trinken. Das Buch schafft es, eine gute Balance zu halten zwischen wissenschaftlichen Informationen und unterhaltsamen Geschichten und ist daher als nette Lektüre für kalte Winterabende unbedingt zu empfehlen.

Roland Hilgartner: Das Geheimnis der Tränentrinker – 5 Jahre auf Expedition durch die Dschungel unserer Erde. National Geographic Buchverlag, 2022. ISBN 978-3-86690-819-2
Informationen zum Buch und mehr von Roland Hilgartner

Martin Specht: Amazonas

Im April 2022 ging der Protest tausender Indigener in der brasilianischen Hauptstadt gegen die Zerstörung ihrer Heimat auch bei uns durch die Medien. Natürlich wissen wir um die Bedeutung des Amazonasregenwaldes für das Weltklima und den Erhalt biologischer Diversität. Dabei stellen wir uns die Region in der Regel als wilde, unberührte Natur vor. Tatsächlich lebten dort schon seit tausenden von Jahren Menschen, nach Schätzungen sogar bis zu 30 Millionen, bevor die Europäer kamen und ihre Krankheiten und Politik der Versklavung die Bevölkerung auf zwei bis drei Millionen reduzierten. Dabei stellt das tradierte Wissen der Indigenen eine wichtige Informationsquelle dar zum Verständnis der Funktionsweise des Regenwaldes.

Der Journalist Martin Specht reist seit vielen Jahren immer wieder durch die Amazonasregion und besucht auf seinen Reisen verschiedenste indigene Gruppen. In seinem Buch „Amazonas – Gefahr für die grüne Lunge der Welt“ erzählt er anschaulich von seinen Begegnungen und Erlebnissen. Daneben gibt es interessante Informationen zu Ökologie und Funktionsweise des Regenwaldes, dessen Bedeutung als CO2 Speicher sowie zur Fragilität des Ökosystems.Die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den Anrainerstaaten des Amazonasgebietes werden ebenso erörtert, wie die wirtschaftlichen Interessen, die dem Schutz des Regenwaldes entgegenstehen. Er zeigt damit auf, dass die Bedrohung der Natur in der Region komplexer ist, als sich in politischen Statements und Entscheidungen der obersten Regierungen widerspiegelt. Ein wirklicher Schutz der Natur muss global unterstützt werden, kann aber nur mit Kooperation auf lokaler Ebene, die Indigene, Goldgräber und Drogenhändler mit einbezieht, erfolgreich sein.

Das Buch bietet eine Fülle an Informationen komprimiert auf leicht verdauliche Weise an. Es ist Reisebericht, Geschichtsstunde, Biologie- und Politikunterricht in einem. Und es stellt immer wieder die Bedeutung der bedrohten indigenen Bevölkerung als Wissensreservoir und Unterstützung beim Schutz des Amazonasregenwalds heraus.

Martin Specht: Amazonas – Gefahr für die grüne Lunge der Welt. Ch. Links Verlag, 2020. ISBN 978-3-96289-079-7
Informationen zum Buch und mehr von Martin Specht

Birgit Ziegenhagen & Eckhard W. Heymann: Wie Monita zur Urwald-Superheldin wurde

Kleine Affen, die eine wichtige Rolle spielen bei der Regeneration des Regenwaldes am Amazonas? Wer die Forschung des DPZ an der Freilandstation in Peru über die letzten Jahrzehnte aufmerksam verfolgt oder die DPZ-Ausstellung „Im Urwald“ im letzten Winter besucht hat, wird bereits davon gehört haben. Nun können wir die Geschichte auch unseren jüngeren Kindern, Neffen, Nichten, Enkeln weitergeben. Unser Kollege im „Unruhestand“ Eckhard Heymann hat zusammen mit Birgit Ziegenhagen, einer ehemaligen Professorin der Uni Marburg, ein kleines, aber feines Kinderbüchlein verfasst, das sich mit dem Thema Samenausbreitung durch Schnurrbarttamarine beschäftigt. Es erzählt die Geschichte des kleinen Schnurrbarttamarinmädchens Monita, das zusammen mit seinen Freund*innen eine menschengemachte Lichtung im Urwald wieder „aufforsten“ möchte. Wie sie das macht, können jüngere Kinder ab 5 Jahre in dem kleinen Bändchen „Wie Monita zur Urwald-Superheldin wurde“ erfahren. Die Geschichte wurde liebevoll illustriert von Jakob Schieb. Das Buch wurde im Selbstverlag herausgegeben und ist über die Intitiative Mensch und Natur e.V. für 8,90€ zu beziehen, von denen 4,50€ in den Erhalt der Freilandstation EBQB in Peru fließen. Ein kleines Weihnachtsgeschenk, mit dem man gleichzeitig Gutes tun kann! Ein Ansichtsexemplar steht in der DPZ-Bibliothek.

Birgit Ziegenhagen & Eckhard W. Heymann: Wie Monita zur Urwald-Superheldin wurde. Initiative Mensch und Natur, 2023. Kontakt: infoIMUN(at)web.de

Huang Songhe: An Encounter with the White-Headed Langurs

Der Weißkopflangur (Trachypithecus leucocephalus) ist einer der seltensten Primaten der Welt. Er kommt ausschließlich in einem kleinen Gebiet in Südchina vor, einer Karstlandschaft mit beeindruckend schroffen Felswänden, in denen sich die Languren akrobatisch fortbewegen. Huang Songhe, ein preisgekrönter chinesischer Naturfotograf, begleitete eine Gruppe Weißkopflanguren über drei Jahre hinweg. Dabei entstanden beeindruckende Aufnahmen der außergewöhnlich schönen Tiere in ihrem spektakulären Lebensraum. Der Text ist recht kurz gehalten und hätte vielleicht hier und da ein Lektorat vertragen können, aber letztendlich handelt es sich bei dem Werk um einen Bildband. So sollte man sich in erster Linie an den wirklich herausragend guten Aufnahmen erfreuen. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Und es gibt bestimmt nur wenige Betrachter*innen, die bei den unfassbar niedlichen, quietschorangen Babys nicht hin und weg sind. Wie traurig, dass auch diese schönen Tiere vermutlich keine Zukunft mehr haben. Der Bestand der Weißkopflanguren ist innerhalb der letzten 36 Jahre um mehr als 80% zurückgegangen und besteht heute aus weniger als 250 erwachsenen Individuen. Trotz Bemühungen zum Schutz der Art, schrumpft ihr Lebensraum weiter zusammen und die Tiere werden illegal bejagd. So hat Huang Songhe mit seinem Bildband die Weißkopflanguren nicht nur einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht, sondern ihnen auch ein fotografisches Denkmal gesetzt.

Huang Songhe: An Encounter with the White-Headed Langurs. Royal Collins, 2022. ISBN 978-1-4878-0895-2

Dr. Stefanie Heiduck Staff Member Kommunikation