DPZ-Hauptseite
Menü mobile menu

Abteilung Infektionsbiologie

Die Abteilung Infektionsbiologie untersucht Virus-Wirtszellinteraktionen und deren Beitrag zur viralen Ausbreitung und Pathogenese im Wirt.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Aktivierung von Viren durch Wirtszellproteasen. Die Abteilung untersucht, welche Proteasen für die Aktivierung von Influenza- und neuen Viren wie dem Ebola-Virus verantwortlich sind und wie die Aktivierung gehemmt werden kann. Da mehrere Viren die gleiche Protease für ihre Aktivierung nutzen können, ist es möglich, dass Inhibitoren dieser Enzyme eine breite antivirale Wirkung entfalten - vergleichbar mit der Wirkung von Breitbandantibiotika gegen diverse bakterielle Infektionen. Aktuelle Arbeiten der Abteilung liefern Hinweise darauf, dass die Protease TMPRSS2 für die Influenza-Virus-Ausbreitung in der Maus und in Lungengewebe von Primaten wichtig ist und einen attraktiven Angriffspunkt für die antivirale Therapie darstellt. Im Rahmen zukünftiger Arbeiten soll daher die antivirale Aktivität von TMPRSS2-Inhibitoren in nicht-menschlichen Primaten untersucht werden.

Das Interferon-System bildet die erste Barriere gegen Virus-Infektionen. Ein zweiter Schwerpunkt der Forschungen liegt auf der Frage, wie antivirale Effektorproteine des Interferon-Systems die virale Vermehrung hemmen und wie sich Viren gegen die Hemmung zur Wehr setzen. Für diese Studien werden siRNA- und CRSIPR/Cas-9-Techniken, Lebendzellmikroskopie, Viren mit Reporterfunktion und ex vivo Organkulturen von Primaten verwendet. Außerdem werden, zusammen mit Kollegen am DPZ, genetische Analysen durchgeführt, um herauszufinden, ob Polymorphismen in den Genen für antivirale Effektoren den Krankheitsverlauf in Virus-infizierten nicht-menschlichen Primaten beeinflussen.

Ein weiterer Fokus der Abteilung Infektionsbiologie liegt auf der Diagnostik von Virus-Infektionen bei nicht-menschlichen Primaten. Die Übertragung des Herpes B Virus von Makaken auf den Menschen sowie die Übertragung verwandter Herpes-Viren zwischen nicht-menschlichen Primaten kann eine tödliche Erkrankung hervorrufen. Die Arbeiten der Infektionsbiologie konzentrieren sich daher auf die Entwicklung von Herpes-Virus-Diagnostik. Das mittelfristige Ziel der Abteilung ist es, ein breites Spektrum an Virus-Infektionen diagnostizieren zu können. Um dieses Ziel erreichen zu können, wurde u.a. eine Chip-basierte Antikörper-Diagnostik neu implementiert.

 

Prof. Dr. Stefan Pöhlmann Leiter +49 551 3851-150 +49 551 3851-184 Kontakt

Kathrin Habenicht Sekretärin +49 551 3851-155 +49 551 3851-184 Kontakt