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Abteilung Infektionsbiologie

Abteilung Infektionsbiologie

Influenza-Viren stellen eine ernste, weltweite Gesundheitsgefahr dar, insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen. Die Viren verändern sich ständig. Daher müssen Impfstoffe kontinuierlich angepasst werden und antivirale Medikamente können ihre Wirksamkeit verlieren. Ein Ziel unserer Forschungen ist es daher neue Strategien zum Schutz vor Influenza zu entwickeln. Ein Schwerpunkt unserer Arbeiten liegt auf der zellulären Protease TMPRSS2, denn wir haben Hinweise darauf erhalten, dass Influenza- und andere Viren erst nach Spaltung durch dieses Enzym infektiös sind und sich im Wirt ausbreiten können. Außerdem untersuchen wir, wie defective interfering particles (DIPs) sicher hergestellt werden können und wie diese Partikel die Ausbreitung von Influenza-Viren hemmen.

Neue Viren, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden, können schwere Krankheiten auslösen. Ausbrüche werden häufig im Ausland beobachtet, die Krankheiten könne jedoch durch Reisende nach Deutschland eingeschleppt werden. Wir untersuchen, wie neue Viren mit Wirtszellen interagieren und wie sie Krankheit verursachen. Ein kürzlich gestartetes Projekt konzentriert sich auf das Lymphozytäre Choriomeningitis Virus (LCMV). Das LCMV ist mit dem hochpathogenen Lassa-Virus verwandt, weltweit verbreitet und für Hepatitis-Ausbrüche in Weißbüschelaffenkolonien verantwortlich. Außerdem kann es schwere Infektionen bei immunsupprimierten Menschen auslösen und eine Gefahr für Schwangere bzw. ungeborene Kinder darstellen. Neben LCMV und Ebola-Virus erforschen wir auch das MERS-Coronavirus. Ziel ist es Testsysteme aufzubauen, die es erlauben vorherzusagen, ob neue MERS-Coronavirus-Varianten pandemisches Potenzial aufweisen.

Ein weiterer Fokus der Abteilung Infektionsbiologie liegt auf Herpesviren von nicht-menschlichen Primaten. Die Übertragung des Herpes B Virus von Makaken auf den Menschen sowie die Übertragung verwandter Herpesviren zwischen nicht-menschlichen Primaten kann schwere Erkrankungen hervorrufen. Wir untersuchen, welche Eigenschaften von Virus und Wirt bestimmen, ob sich nach Infektion eine schwere Krankheit ausbildet. Außerdem entwickeln wir Diagnostik für Herpesvirus-Infektionen bei nicht-menschlichen Primaten. Zusätzlich bieten wir Nachweisverfahren für zahlreiche weitere Virus-Infektionen an, u.a. einen Chip-basierten Antikörper-Nachweis, der für das Screening von Primaten-Kolonien geeignet ist.

Aktuelle Publikationen zusammengefasst in drei Sätzen

13.12.2018

Tetherin blockiert die Ausbreitung von Nipah Virus in Fledermauszellen

Ebola- und Nipah-Virus lösen schwere Erkrankungen in Menschen aber nicht in Fledermäusen aus und es ist unklar, ob der antivirale Wirtszellfaktor Tetherin zur Kontrolle dieser Viren in Fledermäusen beiträgt. Unsere Arbeiten zeigen, dass Tetherin die Ausbreitung von Nipah-Virus in infizierten Fledermausszellen hemmt und daher dazu beitragen könnte, dass Nipah-Virus in Fledermäusen keine Krankheit verursacht. Im Gegensatz dazu wurde die Ausbreitung von Ebola-Virus nur leicht gehemmt und es ist gegenwärtig unklar, ob dies auf Tetherin-Hemmung durch das virale Glykoprotein oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist.

Hoffmann et al Tetherin inhibits Nipah virus but not Ebola virus replication in fruit bat cells. J Virol. 2018 Nov 14. pii: JVI.01821-18.